Logo
Menu

Bei der Aktion "Sterne des Sports" wurden im Rahmen einer Feierstunde in den Räumen der Volksbank Uelsen 14 Vereine aus der Grafschaft für Ihr soziales Engagement gewürdigt.

Der Behinderten Sportverein Nordhorn wurde für sein Projekt "Bewegen wie ein Fisch im Wasser" mit einer Urkunde ausgezeichnet.
„Bewegen wie ein Fisch im Wasser“

Die einwandfreie Funktion beider Beine war elementar für die Verbreitung des Homo sapiens über die Kontinente. Gleichwohl gab es schon zu Urzeiten Fehlstellungen oder Verletzungen des Beinskelettes. Das prähistorische Wissen um das Einrenken von Gelenken und die Schienung von Knochen war schon damals bereichert durch „übungstherapeutische Kenntnisse“, die zur Wiedergewinnung der Gelenkfunktionen dienten. Bewegung und körperliche Ertüchtigung konnte die Heilung nicht nur unterstützten, sondern auch vor Krankheiten schützen sowie die gesunde Entwicklung der Kinder fördern. Bereits Hippokrates empfahl als medizinische Behandlung „reichlich Sport wie Laufen, Ringkämpfe, schnelle Spaziergänge oder Märsche während der Nacht“. Für ihn bildete die sportliche Betätigung eine wesentliche Grundlage der Therapie, wenn sie wohl dosiert angewendet wurde.

Auch in Deutschland waren Fehlstellungen noch vor hundert Jahren zahlreich anzutreffen. Damals säumten „Behinderte und Krüppel“ das Straßenbild.

Der Behindertensportverein Nordhorn nahm die Empfehlung von Hippokrates auf und führte am 06. April 1959 den ersten Schwimmübungsabend im Nordhorner Hallenbad durch. Seit Juni 1959 fanden die Schwimmabende dann regelmäßig - zunächst mit Versehrten aus Rheine - statt. Ab April 1960 stand die Schwimmhalle dem Verein dann für jeweils 1 Stunde wöchentlich allein zur Verfügung.  

  

Dazu schrieb ein nichtversehrter Beobachter:

„Behände zieht sich ein Oberschenkelamputierter die Stahlleiter zum Drei-Meter-Brett empor, hüpft auf das Sprungbrett und stellt lakonisch fest: „Viel zu hart!“. Mit einiger Anstrengung dreht er die regulierende Rolle nach vorne und startet zu einem neuen Versuch. Angefeuert von seinen Freunden schnellt der versehrte Sportler zu einem anderthalbfachen Salto vorwärts vom Brett. Das Springen ist der erste Teil der wöchentlichen Übungsstunde des Nordhorner Versehrten-Sportvereins. Gymnastik im Wasser und am Beckenrand, Schwimmen und Korbball ergänzen das Programm.“
Das ist bis heute so geblieben, nur das Springen vom Drei-Meter-Brett wird nicht mehr durchgeführt.

Im Oktober 1970 begann dann die Aktion „Goldener Fisch“. Ziel dieser Übung, die sich über 30 Abende erstreckt, ist es, die Ausdauer und Kondition der geistig und körperlich behinderten Teilnehmer zu stärken und sie sicher zu machen. An diesem Wettbewerb nehmen auch Behinderte teil, die erst vor einiger Zeit das Schwimmen während eines Lehrgangs im Verein erlernt haben.

Im Nichtschwimmerbecken wird Wasserkorbball gespielt, manchmal mit „Haken und Ösen“. Die Spielregeln wurden hier erstellt und vom Deutschen Behinderten-Sportverband anerkannt. Dieses 2 x 7 Minuten dauernde Spiel ging seinen Weg von Nordhorn aus durch ganz Deutschland – wenn nicht sogar Europa – und gilt als eines der beliebtesten Spiele für Behinderte im Wasser.

Gespielt wird mit zwei Mannschaften mit je 6 – 10 Spielern. Die Spieler beider Mannschaften halten sich mit mindestens einer Hand am Beckenrand auf ihrer Seite fest. Sobald der vom Schiedsrichter in die Mitte des Beckens geworfene Ball die Wasseroberfläche berührt, beginnt das Spiel. Wenn eine Mannschaft den Ball mit vollem Umfang in den gegnerischen Korb geworfen oder gelegt hat, bekommt sie einen Punkt. Behinderung des Gegners, der nicht im Ballbesitz ist, Wegreißen von Ausrüstungsgegenständen des Gegners und Tätlichkeit (schlagen, klemmen, festhalten usw.) werden mit einem Freistoss geahndet.

Hauptziel dieser Übung ist die Stärkung der Bein- und Armmuskulatur sowie der Ausdauer, Kondition und Sicherheit der Behinderten.

Es ist ein langwieriger Prozess, aber wir bemühen uns, dem einzelnen Behinderten in jeder Beziehung zu helfen, zu unterstützen und ihn wieder ein Stück weiter in unsere Gesellschaft zu integrieren.


Wir halten uns dabei an den Ausspruch von Udo Graf Eulenberg:

„Der Sport gibt den Körperbehinderten neue Lebensfreude und hilft Ihnen oft mehr als alle Medikamente.“

Bild "Aktuelles:Sterne_des_Sports2.jpg"
Preisverleihung in der Volksbank Uelsen